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Baumbestattung auf dem Friedhofder Urnenwaldfriedhof Eschenbach

Nadelwald im Gegenlicht: Sonnenstrahlen fallen zwischen hohen Fichtenstämmen auf moosbewachsenen Waldboden.

Grab & Bestattung · · ca. 5 Min. Lesezeit

Wer sich einen Abschied im Wald wünscht, landet bei der Suche fast zwangsläufig bei FriedWald oder RuheForst. Dabei gibt es diese Möglichkeit auch als ganz normalen Friedhof. Nur eben mitten im Wald, getragen von der Gemeinde. In der nördlichen Oberpfalz ist das der Urnenwaldfriedhof Eschenbach.

Wir begleiten dort regelmäßig Beisetzungen und werden oft dasselbe gefragt: Wie läuft das ab, was kostet es, und worin unterscheidet es sich von den bekannten Anbietern? Dieser Text beantwortet das der Reihe nach. Für Gebühren und Friedhofssatzung ist die Stadt Eschenbach in der Oberpfalz zuständig. Wir kümmern uns um die Bestattung selbst.

Was ein Urnenwaldfriedhof ist

Ein Urnenwaldfriedhof ist ein Stück Wald, das als Friedhof gewidmet wurde. Die Asche wird in einer Urne an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Es gibt keinen Grabhügel, keine Bepflanzung, keine Einfassung. Der Wald bleibt, wie er ist, und verändert sich nur mit den Jahreszeiten.

Weil eine Einäscherung vorausgeht, ist eine Beisetzung im Wald immer eine Form der Feuerbestattung. Wie bei jeder Urnenbestattung entscheidet danach der gewählte Ort über den Charakter des Grabes.

Der wesentliche Unterschied zu FriedWald und RuheForst liegt nicht im Wald, sondern im Betreiber. Das sind Marken privater Unternehmen mit eigenen Standorten und eigenen Preismodellen. Ein Urnenwaldfriedhof gehört der Kommune: Es gelten die Friedhofssatzung und die Gebührenordnung der Gemeinde. Für Angehörige bedeutet das meist zweierlei: kürzere Wege, weil der Wald vor Ort liegt statt eine Autostunde entfernt, und Gebühren, die öffentlich festgelegt sind. Mehr zu den Formen der Naturbestattung finden Sie auf unserer Seite zur Baumbestattung.

Der Urnenwaldfriedhof Eschenbach

Die Bäume im Eschenbacher Urnenwald sind nummeriert, sodass sich ein bestimmter Baum gezielt auswählen lässt. Wer keinen der Bäume möchte, kann auch einen Platz zwischen den Bäumen erwerben.

Für Paare ist die Anlage ausdrücklich vorgesehen: Ehepartner werden unmittelbar nebeneinander beigesetzt, und der zweite Platz kann schon zu Lebzeiten reserviert werden. Zwischen zwei Gräbern liegen jeweils mindestens zwei Meter. So wirkt der Wald auch nach vielen Jahren nicht wie ein Gräberfeld.

Grabpflege gibt es nicht, und sie ist auch nicht vorgesehen. Für viele Familien ist genau das der ausschlaggebende Punkt, besonders wenn die Kinder weit weg wohnen und ein gepflegtes Grab über Jahrzehnte kaum zu leisten wäre.

Wahlgrab oder anonymes Grab

Im Eschenbacher Urnenwald gibt es zwei Wege. Sie unterscheiden sich im Preis, vor allem aber in dem, was nach zehn Jahren davon bleibt.

Beim Wahlgrab suchen Sie den Platz selbst aus. Eine beschriftete Urnenplatte ist dabei vorgeschrieben, sodass der Ort auch nach Jahren auffindbar bleibt. Welches Symbol darauf steht, entscheiden Sie: ein Kreuz, eine Rose oder etwas ganz anderes. Für die Beschriftung ist der Steinmetzbetrieb Dilling in Eschenbach zuständig; für Stein und Beschriftung zusammen ist mit rund 1.000 Euro zu rechnen.

Beim anonymen Urnengrab werden die Plätze der Reihe nach vergeben, eine Auswahl gibt es nicht. Gekennzeichnet wird die Stelle nur durch einen schlichten Ziegelstein ohne Beschriftung. Die Stadt erhebt dafür eine einmalige Gebühr von 300 Euro, mit der das Grab für zehn Jahre vergeben ist. Danach wird es neu belegt. Eine Verlängerung ist nicht vorgesehen.

Diesen letzten Punkt sprechen wir in der Beratung immer offen an, weil er später nicht mehr zu ändern ist: Nach zehn Jahren gibt es diesen Ort als Grab nicht mehr. Wer möchte, dass Kinder oder Enkel auch in zwanzig Jahren noch eine Stelle haben, zu der sie gehen können, ist mit dem Wahlgrab besser beraten. Wer den Gedanken schätzt, ganz in der Natur aufzugehen, für den kann die anonyme Beisetzung genau richtig sein.

Stand der Beträge: Juli 2026. Es handelt sich um Gebühren der Stadt Eschenbach in der Oberpfalz beziehungsweise um Kosten des Steinmetzbetriebs, nicht um unsere Leistungen. Verbindliche und aktuelle Beträge nennt Ihnen die Stadt Eschenbach in der Oberpfalz unter 09645 9200-0.

Bilder aus dem Urnenwaldfriedhof

Sonnenbeschienener Kiesweg zwischen hohen Laubbäumen im Urnenwaldfriedhof Eschenbach, am Wegrand eine schlichte helle Grabplatte im Gras.

Der Urnenwald ist als Friedhof gewidmet. Wege und Grabstellen fügen sich in den Waldbestand ein, erkennbar an den flachen Platten am Wegrand.

Geschlossenes Urnengrab im Wald, abgedeckt mit einer Holzplatte und umlegt von einem Kranz aus bunten Rosen- und Nelkenblüten. Daneben eine Laterne mit Kerze und ein Tontopf mit Erde.

Ein Urnengrab am Tag der Beisetzung. Die Erde zum Beigeben steht bereit; im Hintergrund ist eine Grabplatte zu sehen.

Abschiedsstelle im Wald unter einem hölzernen Kreuz: links eine dunkle Urne mit weißem Blumengesteck auf einem verhüllten Tisch, rechts ein rotes Gesteck mit Trauerschleifen auf einem Granitsockel.

Die Trauerfeier lässt sich frei gestalten, geistlich wie weltlich. Die Urne kann vor der Beisetzung aufgebahrt werden.

Bildnachweis: Stadt Eschenbach i.d.OPf.

Wie eine Trauerfeier im Urnenwald abläuft

Anders als oft vermutet ist eine Beisetzung im Wald keine stille Angelegenheit ohne Zeremonie. Die Feier lässt sich im Gegenteil sehr frei gestalten, kirchlich ebenso wie weltlich. Die Urne kann vorher aufgebahrt werden, mit Blumenschmuck, Kerzen und Musik.

Bei einer katholischen Feier werden Erde und Weihwasser ans Grab gestellt, bei einer evangelischen oder weltlichen Feier Blütenblätter und Erde. So kann sich jeder, der möchte, persönlich verabschieden. Wie die Feier im Einzelnen aussieht, besprechen wir vorher in Ruhe mit Ihnen.

Ein praktischer Hinweis, der im Trauerfall gern untergeht: Im Urnenwald gibt es keine Toilette. Bei älteren Gästen oder einer längeren Anfahrt lohnt es sich, das vorher mitzudenken.

Was Sie vor Ort beachten sollten

Damit der Wald ein Wald bleibt, ist die Friedhofsordnung an einer Stelle strenger als auf einem gewöhnlichen Friedhof:

  • Blumenschmuck von der Beisetzung, etwa ein Urnenkranz oder Rosen, muss nach zwei Wochen wieder entfernt werden.
  • Zusätzliche Blumen und Grablichter dürfen nicht aufgestellt werden.

Für Angehörige, die das Grab regelmäßig schmücken möchten, ist das eine wichtige Information. Wer diesen Wunsch hat, findet auf einem klassischen Friedhof mehr Freiheit. Die Möglichkeiten dort haben wir auf unserer Seite zur Urnenbestattung zusammengestellt.

Wir begleiten Sie dorthin

Wenn Sie sich eine Beisetzung im Eschenbacher Urnenwald wünschen, übernehmen wir alles, was dazugehört: die Überführung, die Einäscherung, die Formalitäten mit der Stadt, die Urne und die Gestaltung der Trauerfeier. Am Tag selbst sind wir vor Ort und begleiten Sie.

Sie möchten Ihre eigene Beisetzung im Urnenwald schon jetzt festlegen? In der Bestattungsvorsorge halten wir Ihren Wunsch schriftlich fest, damit Ihre Angehörigen ihn später nicht erraten müssen. Rufen Sie uns einfach an. Wir beraten Sie in Ruhe, und Sie legen sich zu nichts fest.

Artikelbildnachweis: Foto von Gustav Gullstrand (öffnet in neuem Tab) auf Unsplash.com (öffnet in neuem Tab)

Häufige Fragen

Baumbestattung auf dem Friedhof

Was ist ein Urnenwaldfriedhof?

Ein Urnenwaldfriedhof ist ein Waldstück, das als Friedhof gewidmet ist. Die Urne wird an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt, es gibt keine Grabhügel und keine Bepflanzung. Betrieben wird er von der Kommune, nicht von einem privaten Unternehmen. Anders als bei FriedWald oder RuheForst.

Was ist der Unterschied zwischen Urnenwaldfriedhof, FriedWald und RuheForst?

Die Idee ist dieselbe, der Betreiber ist ein anderer. FriedWald und RuheForst sind Marken privater Anbieter mit eigenen Preismodellen. Ein Urnenwaldfriedhof gehört der Gemeinde: Es gelten deren Friedhofssatzung und deren Gebühren, und er liegt meist direkt vor Ort statt eine Autostunde entfernt.

Was kostet ein Grab im Urnenwaldfriedhof Eschenbach?

Die Stadt Eschenbach in der Oberpfalz erhebt für ein anonymes Urnengrab eine einmalige Gebühr von 300 Euro für zehn Jahre. Bei einem Wahlgrab kommt die vorgeschriebene beschriftete Urnenplatte hinzu, für die mit rund 1.000 Euro zu rechnen ist. Das sind Kosten der Stadt beziehungsweise des Steinmetzen und nicht unsere Leistungen. Die verbindlichen Beträge nennt Ihnen die Stadt.

Muss ein Grab im Urnenwald gepflegt werden?

Nein. Es gibt keine Bepflanzung und keine Grabpflege, der Wald bleibt Wald. Für viele Familien ist genau das der Grund für diese Entscheidung, besonders wenn die Angehörigen weit entfernt wohnen.

Können Ehepaare zusammen im Urnenwald beigesetzt werden?

Ja. Ehepaare werden direkt nebeneinander beigesetzt, und der zweite Platz lässt sich zu Lebzeiten reservieren.

Ist im Urnenwald eine Trauerfeier möglich?

Ja, und sie lässt sich frei gestalten, kirchlich wie weltlich. Die Urne kann vor der Beisetzung aufgebahrt werden. Wir richten die Feier für Sie aus und begleiten Sie an dem Tag.

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