Wie eine Feuerbestattung abläuft

Grab & Bestattung · · ca. 4 Min. Lesezeit
Die Feuerbestattung ist heute die am häufigsten gewählte Bestattungsform in Deutschland. Trotzdem wissen die wenigsten, was zwischen dem Sterbefall und der Beisetzung der Urne tatsächlich passiert. Gerade das beschäftigt viele Angehörige.
Auf unserer Seite zur Feuerbestattung finden Sie den Ablauf in vier Schritten. Hier beschreiben wir ihn ausführlich: was wann geschieht, wie lange es dauert, welche Unterlagen gebraucht werden und an welchen Stellen Sie entscheiden.
Die ersten Tage
Am Anfang steht die ärztliche Leichenschau. Der Arzt stellt den Tod fest und stellt den Totenschein aus. Erst danach dürfen wir tätig werden. Deshalb ist das der erste Anruf, noch vor unserem.
Sobald Sie uns verständigen, holen wir den Verstorbenen ab, gleich zu welcher Tageszeit und ob zu Hause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus. Bei uns wird er versorgt und aufgebahrt. Ein Abschied am Sarg ist in dieser Zeit möglich, offen oder geschlossen. Wir empfehlen ihn ausdrücklich: Für viele Menschen ist dieser Moment wichtiger, als sie vorher gedacht hätten, und er lässt sich später nicht nachholen.
Parallel übernehmen wir die Formalitäten. Dafür brauchen wir von Ihnen Unterlagen. Am häufigsten fehlen die hier:
- Totenschein vom Arzt
- Personalausweis des Verstorbenen
- Geburtsurkunde, bei Verheirateten zusätzlich das Stammbuch oder die Eheurkunde
- bei Verwitweten die Sterbeurkunde des Ehepartners, bei Geschiedenen das Scheidungsurteil
- falls vorhanden: Bestattungsvorsorgevertrag, Grabdokumente, Versicherungsunterlagen
Wenn etwas davon nicht auffindbar ist, ist das kein Drama. Wir wissen, wo man es beschafft, und tun das für Sie.
Warum es vor der Einäscherung eine zweite Untersuchung gibt
Vor jeder Einäscherung ist eine zweite Leichenschau vorgeschrieben. Ein weiterer, unabhängiger Arzt untersucht den Verstorbenen noch einmal.
Der Grund ist einleuchtend, wenn man ihn einmal gehört hat: Ein Sarggrab lässt sich im Zweifelsfall noch untersuchen, Asche nicht mehr. Die zweite Leichenschau soll deshalb ausschließen, dass eine nicht natürliche Todesursache übersehen wurde. Für Angehörige bedeutet sie einen zusätzlichen Termin, den wir organisieren. Sie ist auch einer der Gründe, warum eine Feuerbestattung ein paar Tage mehr braucht als eine Erdbestattung.
Im Krematorium
Nach der Freigabe überführen wir den Verstorbenen im Sarg ins Krematorium. Ja, es braucht auch hier einen Sarg, er wird mit eingeäschert. Aufwendig muss er nicht sein; für die Feuerbestattung gibt es bewusst schlichte Modelle, und die Entscheidung dafür ist keine Frage der Wertschätzung.
Der Verstorbene wird von einem feuerfesten Stein mit einer eindeutigen Nummer begleitet, der den gesamten Vorgang übersteht. Er kommt später mit in die Kapsel. Über diese Nummer bleibt jederzeit nachvollziehbar, um wen es sich handelt. Das ist die Antwort auf die Frage, die uns fast jede Familie stellt und die kaum jemand auszusprechen wagt.
Die Einäscherung selbst dauert etwa anderthalb bis zwei Stunden. Die Asche kommt anschließend in eine verschlossene, gekennzeichnete Aschekapsel. Die Urne, die Sie aussuchen, ist die Hülle darum. Sie ist der sichtbare Teil und darf so schlicht oder so persönlich sein, wie Sie möchten.
Trauerfeier und Beisetzung
Hier haben Sie eine echte Wahl, und sie wird oft übersehen:
Die Trauerfeier kann vor der Einäscherung am Sarg stattfinden. Das entspricht dem gewohnten Bild und ermöglicht den Abschied am offenen oder geschlossenen Sarg. Der Termin liegt dann früh, meist in der ersten Woche.
Oder sie findet später statt, zusammen mit der Urnenbeisetzung. Das gibt Angehörigen aus der Ferne Zeit zur Anreise und lässt mehr Ruhe bei der Planung. Insgesamt vergehen dadurch meist zwei bis drei Wochen bis zum Termin.
Wie eine solche Feier abläuft und was Sie dabei gestalten können, haben wir im Artikel zum Ablauf einer Trauerfeier beschrieben.
Danach wird die Urne beigesetzt. Wo, entscheiden Sie: im Urnengrab, in einer Urnenwand oder pflegearm im Rasengrab. Ein Überblick steht auf unserer Seite zur Urnenbestattung. Möglich sind ebenso eine Baumbestattung, etwa im Urnenwaldfriedhof Eschenbach, eine Seebestattung oder eine anonyme Beisetzung.
Für die Zeit bis zur Beisetzung gilt eine Frist, die sich nach dem Landesrecht und der jeweiligen Friedhofssatzung richtet. Mit nach Hause nehmen dürfen Sie die Urne nicht. Warum das so ist, erklären wir im Artikel Darf man die Urne mit nach Hause nehmen?.
Was das kostet
Die Kostenbausteine einer Feuerbestattung sind unsere Leistungen, der Sarg, die zweite Leichenschau, das Krematorium, die Urne, die Trauerfeier sowie die Gebühren des Friedhofs für das Grab. Wie sich das im Einzelnen zusammensetzt und was es gegenüber einer Erdbestattung ausmacht, steht im Artikel zu den Bestattungskosten.
Wenn Sie gerade mitten in einem Trauerfall stecken: Rufen Sie uns einfach an. Sie müssen nichts davon vorbereitet haben und nichts vorher wissen. Wir gehen es Schritt für Schritt mit Ihnen durch.
Artikelbildnachweis: Foto von Paolo Nicolello (öffnet in neuem Tab) auf Unsplash.com (öffnet in neuem Tab)
Häufige Fragen
Wie eine Feuerbestattung abläuft
Wie lange dauert es von der Einäscherung bis zur Beisetzung?
Meist zwei bis drei Wochen. Vor der Einäscherung ist eine zweite Leichenschau vorgeschrieben, danach müssen Überführung, Krematorium und Friedhof aufeinander abgestimmt werden. Eine Trauerfeier kann davon unabhängig früher stattfinden.
Braucht man auch bei einer Feuerbestattung einen Sarg?
Ja. In Deutschland wird auch für die Einäscherung ein Sarg benötigt, er wird mit eingeäschert. Aufwendig muss er nicht sein. Es gibt schlichte Modelle, die genau dafür gedacht sind.
Was ist die zweite Leichenschau?
Vor jeder Einäscherung untersucht ein weiterer Arzt den Verstorbenen. Weil nach einer Einäscherung keine Untersuchung mehr möglich ist, soll so ausgeschlossen werden, dass eine nicht natürliche Todesursache übersehen wurde. Wir organisieren diesen Termin.
Wie wird sichergestellt, dass man die richtige Asche erhält?
Der Verstorbene wird von einem feuerfesten Stein mit einer eindeutigen Nummer begleitet, der den gesamten Vorgang übersteht und in die Aschekapsel gelegt wird. Über diese Nummer ist die Zuordnung jederzeit nachvollziehbar.
Kann man sich vor der Einäscherung noch verabschieden?
Ja. Ein Abschied am offenen oder geschlossenen Sarg ist vor der Überführung ins Krematorium möglich. Vielen Angehörigen hilft dieser Moment sehr. Sprechen Sie uns einfach darauf an.
Kann die Trauerfeier auch nach der Einäscherung stattfinden?
Ja, beides ist möglich. Entweder findet die Trauerfeier vorher am Sarg statt oder später zusammen mit der Beisetzung der Urne. Was besser passt, hängt davon ab, wie schnell die Familie zusammenkommen kann.





