Wie eine Erdbestattung abläuft

Grab & Bestattung · · ca. 4 Min. Lesezeit
Die Erdbestattung ist die Form, die den meisten Menschen vor Augen steht, wenn sie an eine Beerdigung denken: der Sarg, das Grab, die Blumen, der Stein. Trotzdem stellen sich Angehörige im Trauerfall dieselben praktischen Fragen: Wie schnell muss das gehen, was muss ich besorgen, und was kommt danach noch auf mich zu?
Auf unserer Seite zur Erdbestattung steht der Ablauf im Überblick. Hier gehen wir ihn ausführlich durch, einschließlich der Dinge, die erst Monate später anstehen.
Die ersten 48 Stunden
Zuerst muss ein Arzt den Tod feststellen und den Totenschein ausstellen. Das ist der erste Anruf, noch vor unserem. Bei einem Sterbefall zu Hause rufen Sie den Hausarzt oder außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst; im Pflegeheim oder Krankenhaus übernimmt das Personal das.
Danach genügt ein Anruf bei uns, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wir holen den Verstorbenen ab, versorgen ihn und bahren ihn auf. Sie müssen in dieser Nacht nichts weiter entscheiden. Alles Weitere besprechen wir am nächsten Tag in Ruhe, entweder bei uns oder bei Ihnen zu Hause.
Für die Formalitäten brauchen wir Unterlagen. Das ist erfahrungsgemäß der Punkt, an dem Familien ins Schwitzen geraten. Dabei ist er der harmloseste:
- Totenschein vom Arzt
- Personalausweis des Verstorbenen
- Geburtsurkunde
- bei Verheirateten: Stammbuch oder Eheurkunde
- bei Verwitweten: Sterbeurkunde des Ehepartners
- bei Geschiedenen: Scheidungsurteil
- falls vorhanden: Grabdokumente, Bestattungsvorsorgevertrag, Versicherungsunterlagen
Fehlt etwas oder ist unauffindbar, sagen Sie uns Bescheid. Wir wissen, wo man Urkunden nachbestellt, und erledigen das.
Warum es bei der Erdbestattung schneller geht
Anders als bei einer Feuerbestattung entfallen zwei Schritte: die zweite Leichenschau und der Weg über das Krematorium. Damit fallen mehrere Tage weg.
Gleichzeitig setzt das Bestattungsrecht der Länder für die Erdbestattung engere Fristen. Beides zusammen führt dazu, dass der Termin meist in der ersten Woche nach dem Sterbefall liegt.
Für Familien hat das eine Folge, die man kennen sollte: Angehörige aus dem Ausland oder vom anderen Ende Deutschlands schaffen die Anreise unter Umständen nicht. Wenn das ein Thema ist, sprechen Sie es früh an. Bei einer Feuerbestattung ließe sich die Trauerfeier zeitlich entzerren, bei einer Erdbestattung kaum.
Grab, Sarg und Trauerfeier
In der Zwischenzeit sind drei Entscheidungen zu treffen.
Zuerst das Grab. Falls kein Familiengrab besteht, wählen Sie eine Grabart. Ein Reihengrab wird der Reihe nach für die Dauer der Ruhezeit vergeben und lässt sich danach nicht verlängern. Ein Wahlgrab suchen Sie selbst aus, es kann mehrere Stellen umfassen und in der Regel verlängert werden. Das ist die Wahl, wenn später Angehörige dazukommen sollen. Ein Rasengrab wird vom Friedhof gemäht und gepflegt, dafür ist die Gestaltung eingeschränkt. Welche Formen es gibt, hängt vom Friedhof ab; wir kennen die Angebote in Weiden, Grafenwöhr und den umliegenden Gemeinden.
Dann der Sarg. Hier gibt es große Unterschiede, und der Preis sagt nichts über die Wertschätzung aus. Wir zeigen Ihnen die Möglichkeiten und sagen offen, wo sich Geld sparen lässt, ohne dass es schlicht wirkt.
Und die Trauerfeier: kirchlich oder weltlich, mit Redner, Musik und Blumenschmuck. Wie das im Einzelnen abläuft, steht im Artikel zum Ablauf einer Trauerfeier.
Das Ausheben des Grabes übernimmt übrigens der Friedhof, nicht wir. Wir stimmen den Termin ab und sorgen dafür, dass am Tag alles bereit ist.
Der Tag der Beisetzung
Üblicherweise beginnt es mit der Trauerfeier in der Aussegnungshalle oder in der Kirche. Danach wird der Sarg zum Grab geleitet, oft in einem gemeinsamen Zug. Am Grab wird der Sarg abgesenkt; wer möchte, gibt Erde oder eine Blume hinzu. Anschließend gibt es meist Gelegenheit, den Angehörigen zu kondolieren.
Wir sind den ganzen Tag dabei und behalten den Ablauf im Blick, damit Sie sich um nichts kümmern müssen außer um den Abschied.
Was danach kommt
Zwei Dinge stehen erst später an und überraschen viele:
Der Grabstein kann nicht sofort gesetzt werden. Die Erde muss sich setzen, das dauert je nach Boden mehrere Monate. Bis dahin steht in der Regel ein schlichtes Holzkreuz. Wann der Stein gesetzt werden darf, gibt der Friedhof vor.
Und die Grabpflege bleibt eine dauerhafte Aufgabe. Über die Jahre der Ruhezeit summiert sich das, an Zeit ebenso wie an Kosten. Wer das nicht leisten kann oder will, sollte das bei der Wahl der Grabart von vornherein bedenken. Pflegearme Alternativen sind ein Rasengrab, eine Urnenbeisetzung oder eine Baumbestattung.
Woraus sich die Kosten insgesamt zusammensetzen, steht im Artikel zu den Bestattungskosten. Und wer diese Entscheidungen den eigenen Angehörigen ersparen möchte, hält sie in der Bestattungsvorsorge schriftlich fest.
Artikelbildnachweis: Foto von Kevin Andre (öffnet in neuem Tab) auf Unsplash.com (öffnet in neuem Tab)
Häufige Fragen
Wie eine Erdbestattung abläuft
Wie schnell muss eine Erdbestattung stattfinden?
Schneller als eine Feuerbestattung. Das Bestattungsrecht der Länder setzt dafür Fristen, und ohne Einäscherung entfallen Krematorium und zweite Leichenschau. In der Praxis liegt der Termin meist innerhalb der ersten Woche nach dem Sterbefall. Die genauen Fristen klären wir für Sie.
Welche Unterlagen braucht der Bestatter?
Totenschein, Personalausweis und Geburtsurkunde, dazu je nach Familienstand Stammbuch oder Eheurkunde, die Sterbeurkunde des Ehepartners oder das Scheidungsurteil. Dazu Grabdokumente und ein möglicher Vorsorgevertrag. Fehlt etwas, beschaffen wir es.
Wer hebt das Grab aus?
Das übernimmt der Friedhof beziehungsweise ein von ihm beauftragter Betrieb, nicht wir. Wir stimmen den Termin ab und sorgen dafür, dass am Tag der Beisetzung alles vorbereitet ist.
Wie lange bleibt ein Grab bestehen?
Für jedes Grab gilt eine Ruhezeit, die je nach Friedhof und Bodenbeschaffenheit unterschiedlich lang ist, meist mehrere Jahrzehnte. Ein Wahlgrab lässt sich danach in der Regel verlängern, ein Reihengrab nicht. Die Fristen des jeweiligen Friedhofs klären wir für Sie.
Wann kann der Grabstein gesetzt werden?
Nicht sofort. Die Erde muss sich erst setzen, das dauert je nach Boden mehrere Monate. In dieser Zeit steht meist ein schlichtes Holzkreuz auf dem Grab. Den Zeitpunkt gibt der Friedhof vor.
Was kostet eine Erdbestattung?
Sie setzt sich aus unseren Leistungen, dem Sarg, der Trauerfeier und den Gebühren des Friedhofs zusammen. Dazu kommen später Grabstein und Grabpflege. Weil ein Sarggrab mehr Fläche und eine längere Ruhezeit hat, liegt der Rahmen meist über dem einer Urnenbeisetzung.





